Eröffnung: Mittwoch, 14. Juli 2010, 19.00 Uhr
Einführung: Prof. Sophie Wolfrum, TU München, Markus Lanz, Architekt und Stadtforscher

Über die Hälfte der Menschheit lebt heute in Städten, zwei Drittel davon in den Städten des globalen Südens, in Asien, Afrika und Lateinamerika. Indien hat die Urbane Wende bis heute nicht vollzogen. Die städtische Bevölkerung stellt nur 30 Prozent der Gesamtbevölkerung Indiens dar. Im Jahr 2020 wird die Mumbai Metropolitan Region nach heutiger Prognose mit über 28 Millionen Einwohnern die größte Metropolregion der Welt sein. 

Diese Zahl ruft das Bild einer apokalyptischen, ins Unermessliche wachsenden Gigacity hervor. Mumbai wurde deswegen zum Tätigkeitsfeld für alle Professionen, die sich mit Megacities und zugehörigen Problemkreisen beschäftigen. In seiner bildgewaltigen Präsenz wird Mumbai dabei oftmals mit exotistischem Blick zu einem dystopischen Szenario dramatisiert.

Die Präzisierung der Zahlen relativiert das Bild. Die Mumbai Metropolitan Region, mit einer Fläche von 4.355 km² zehnmal so groß wie Greater Mumbai, schließt selbständige Millionenstädte wie Kalyan und Thane mit ein. Mumbai hat verglichen mit anderen indischen Städten eine lange Geschichte als large city. Greater Mumbai wächst seit Beginn des 20. Jahrhunderts kontinuierlich.

Für Architekten und Stadtplaner ist Mumbai interessant, weil die Stadt einerseits mit bekannten Metropolregionen vergleichbar ist und andererseits, weil sie die wichtigen Themen zukünftiger Stadtentwicklung deutlich wie kaum eine andere Stadt aufzeigt. 

Mumbai ist gegenwärtig einer weitreichenden Transformation unterworfen. Nachdem mit der Überbauung der Mill Lands, der ehemaligen Fabrikgelände der Textilindustrie, eine große Chance hinsichtlich einer nachhaltigen Entwicklung der Stadt vertan wurde, bietet nun die Entwicklung der Eastern Waterfront mit einer Fläche von 730 ha die Möglichkeit, den drängenden Problemen Mumbais adäquat zu begegnen. Rahul Mehrotra, indischer Architekt und Harvard Professor, sieht hier sogar das Potential einer Neuerfindung der Stadt.

Begrüßung: Nicola Borgmann

Einführung: 
Prof. Sophie Wolfrum, Lhst. für Städtebau und Regionalplanung, TU München
Markus Lanz, Architekt und Stadtforscher


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