VERWEILE  DOCH!

Eine Foto-Installation zur architektonischen Transformation des Schusterbauern-Hauses in München-Riem.

Eröffnung am Montag, den 26. Oktober um 19 Uhr

Das älteste Anwesen, das noch in Alt-Riem steht, ist das Schusterbauernhaus der Familie Zendath. Dieses eingeschossige Bauernhaus, bestehend aus Wohnhaus und Stallung, wurde um 1750 erbaut. Fast gänzlich verfallen wird es 2013 von Stefan F. Höglmaier, dem Gründer von Euroboden, erworben. Er selbst nimmt sich der anspruchsvollen Transformation dieses historischen Bauernhauses an. In Zusammenarbeit mit dem Architekten Peter Haimerl wird das Haus auf spektakuläre Weise in ein Zweifamilienhaus transformiert. Vor der architektonischen Intervention waren von dem Hof nur noch Teile des Wohnbaus
und Überreste des Stalls erhalten. In seiner Konzeption verband der Architekt Wohnhaus und Stallung durch einen eingeschobenen, auf die Spitze gestellten Betonkubus, der auf die wertvolle denkmalgeschützte Substanz reagiert und zwei familiengerechte Einheiten birgt. Dabei konnten die historischen Spuren nahezu unangetastet erhalten bleiben und die Ursprünglichkeit des Gebäudes gewahrt werden.

Jutta Görlich und Edward Beierle haben die Baustellenphase des Schusterbauernhauses dokumentarisch und mit inszenierten Fotografien begleitet. Sie zeigen die Transformation des Gebäudes von einer Ruine in einen funktionalen Wohnbau und verknüpfen dies mit Geschichten von den Schusterbauern aus alten Chroniken. Im Schusterbauernhaus begegnet eine schwarze Frau dem neuen Besitzer Stefan Höglmaier. Gemeinsam spielen sie, was sie anhand von Chroniken wissen und was seit 1780 passiert sein könnte, wie die Schusterbauern lebten, tanzten, trauerten und ihr Hab und Gut verkauften. Gleichzeitig wenden sie sich  fragend an das Haus: Sind wir selber schuld, wenn der Boden nicht fest ist? Will das Haus einen anderen Bewohner? Will die Wand meine Blumen nicht? Wachsen einem die Steine über den Kopf, je mehr man sich streckt? Die Texte von beierle.goerlich wurden von dem Münchner Lyriker Jürgen Bulla ins Englische übertragen und flankieren die Fotografien.


Mit freundlicher Unterstützung:      |