Sehr herzlich laden wir Sie zur Präsentation des neuen Buches "Stadt Natur Rechte" und zur anschließenden Diskussion am Montag, den 20. Juli um 19 Uhr in die Architekturgalerie München ein.
Es diskutieren:
Katja Schechtner Stadtforscherin und Autorin
Wojciech Czaja Autor
Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer Baureferntin der Landeshauptstadt München
Henrike Rädler Market Engagement Manager, The Landbanking Group
Nicola Borgmann Architekturgalerie München
In Mexico City finden sich rund zwei Prozent aller weltweit lebenden Tier- und Pflanzenarten. Die Biodiversität von New York City hat sich seit ihrer Gründung mehr als verdoppelt. In Zeiten von Klimawandel und Artensterben stellt sich zunehmend die Frage, wie wir in der Stadt – einem der unterschätztesten Ökosysteme überhaupt – neue Formen des Zusammenlebens aushandeln und Spielregeln für panökologische Partizipationsprozesse entwickeln können.
Eine vielversprechende Perspektive bieten die Rechte der Natur, die Mensch und Umwelt auf eine Ebene stellen und damit neue Formen von Koexistenz rechtlich und planerisch denkbar machen. In Curridabat werden Bienen aktiv in die Stadtplanung einbezogen, die Seine wurde zur „Ehrenbürgerin“ von Paris ernannt, und in der Bucht von San Francisco haben Wale und Delfine eine Art Vorfahrtsrecht. Solche Beispiele zeigen, wie sich die Beziehung zwischen Stadt, Natur und Recht neu formiert.
Das Buch „STADT NATUR RECHTE. Was Bienen und Bäume dürfen müssen“ geht diesen Entwicklungen nach. Entstanden ist es in der intensiven Zusammenarbeit von Katja Schechtner (Stadtforscherin, Stadtplanerin, Affiliate am MIT Boston, zuvor u.a. OECD und Asian Development Bank, Manila), und Alex Putzer (Rechtswissenschaftler, Affiliate an der NYU School of Law, derzeit Deutsche Meeresstiftung Hamburg) mit dem Autor und Journalisten Wojciech Czaja. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass die in den 1970er-Jahren formulierten Rechte der Natur heute zunehmend auf urbane Räume übergreifen – jene komplexen, verdichteten und zugleich unterschätzten Biodiversitäts-Hotspots unserer Gegenwart.
Im Buch werden erstmals realisierte Best-Practice-Beispiele vorgestellt, in denen städtische Natur bereits als Mitakteurin anerkannt oder mit eigenen Rechten ausgestattet wird. Konkret reicht die Bandbreite von Projekten in Paris, London, Basel, Venedig und Amsterdam über Großpösna bei Leipzig, Delhi, San Francisco, Mexico City und Quito bis nach Curridabat in Costa Rica und in die Blue Mountains in Australien.
Ergänzt wird dies durch Fach-Essays und Interviews u.a. mit der spanischen Umweltaktivistin Teresa Vicente Giménez, dem ehemaligen Bürgermeister von Curridabat Edgar Mora Altamirano, der Berliner Architektin Almut Grüntuch-Ernst, der dänischen Stadtplanerin Helle Søholt (Gehl People) sowie dem Londoner Künstler*innenkollektiv Superflux.
Stadt Natur Rechte
Was Bienen und Bäume dürfen müssen
Katja Schechtner, Alex Putzer, Wojciech Czaja
Birkhäuser, 2026