RETTET DEN BR-STUDIOBAU
Demonstration am Rundfunkplatz 1
Heute: Dienstag, 19. September ab 17 Uhr
Ausgerechnet zum 100. Geburtstag des Radios beschließt die Geschäftsleitung des Bayerischen Rundfunks mit dem Abriss des Studiobaus die Zerstörung des historisch gewachsenen Areals in der Münchener Innenstadt. Das Ensemble ist ein Zeugnis für den Beginn des Medienzeitalters in Bayern: 1929 Einweihung des Riemerschmid-Baus, 1963 Studiobau, 1976 das Hochhaus in der Arnulfstraße. Der Bayerische Rundfunk zerstört seine Geschichte! Heute demonstrieren und unterschreiben: www.brstudiobau-retten.de/mitmachen-und-unterschreiben
Der Studiobau das Herz des BR soll einem Multifunktionssaal weichen. Damit verlieren München und das Land Bayern ein einzigartiges Gebäude von internationaler Strahlkraft. Sie verlieren nicht nur drei akustisch unvergleichliche Konzertsäle mit knapp 900 Plätzen sondern auch den Ort etwa für den „ARD-Musikwettbewerb“ den „Prix Jeunesse International“ den Bayerischen Chor- und Orchesterwettbewerb oder für „Jugend musiziert“. Das ausgeklügelte System an Probenräumen Solisten- und Einspielzimmern alle akustisch entkoppelt mit kurzen Wegen zu den Aufnahmeregien ist einzigartig und kann in der heutigen Zeit in dieser Qualität als Neubau nicht mehr finanziert werden. Noch dazu kann man aus allen 14 Studios live senden in Wort und Bild! Diese Funktion wurde aus Kostengründen beim 2022 eingeweihten Multifunktionsbau im Studio Franken eingespart. Der geplante Multifunktionsbau in Freimann wurde bereits weil zu teuer gecancelt. Die Hörspielstudios sind ebenso unersetzlich. Nur ein einziges konnte im neuen Campus Freimann verwirklicht werden mit fast doppelt so hohen Kosten wie ursprünglich berechnet. Die Volksmusik und der Jazz verlieren mit dem Abriss ihre Heimat genauso wie der preisgekrönte Chor des Bayerischen Rundfunks und das Münchner Rundfunkorchester. Beide Klangkörper sollen nach Unterföhring ziehen in Fernsehstudios die nicht für Musik gebaut wurden. Für ein Provisorium out of town sollen mehrere Millionen investiert werden obwohl ein intaktes System direkt am Hauptbahnhof steht! (Auszug aus dem Brandbrief an die Geschäftsleitung des BR: www.brstudiobau-retten.de/mitmachen-und-unterschreiben)
Intendantin Dr. Katja Wildermuth spricht von „grüner Produktion“ und stimmt gleichzeitig einem ökologischen Desaster zu wie dem Abbruch! 3000 Tonnen Betonstahl 25.000 Kubikmeter Beton das sind 380 Silozüge Zement und 3000 Lastzüge Kies 2000 Kubikmeter Holz Tonnen von Kupferkabeln und Glasfaser Tonnen von Muschelkalkplatten für die Fassade Marmor Sandstein Mooreichen Nuss- und Kirschbaumhölzer also Unmengen an edelsten Materialien die den Studiobau auch nach fast 60 Jahren intensivster Nutzung ohne Generalsanierung vollfunktionsfähig glänzen lassen werden im Orkus versenkt. Natürlich muss über den Brandschutz in den Hohlräumen hinter den frei aufgehängten Studios nachgedacht werden oder etwa eine Sanierung der Klimatechnik. Aber denkt man etwa an die Neue Pinakothek die 1981 eröffnet seit 2019 geschlossen ist und für über 80 Millionen saniert werden muss so steht das „Haus des guten Tons“ wie ein Fels in der Brandung. Abriss ist das Denken von gestern! Stoppt dieses unverantwortliche Handeln! Rettet den Studiobau! (Auszug aus dem Brandbrief an die Geschäftsleitung des BR: https://www.brstudiobau-retten.de/mitmachen-und-unterschreiben)