Sehr herzlich laden wir Sie im Rahmen der Ausstellung "Community Happens Here" von steidle architekten zu einem Podiumsgespräch am 24.6. um 19 Uhr in die Architekturgalerie München ein.
Unsere Gäste an diesem Abend sind die Vertreter von herausragenden Projekten und Institutionen aus dem Themenbereich "Wohnen". Wir wollen mit ihnen darüber reden wie sie es gemacht haben, wie sie es anders gemacht haben, warum sie es anders gemacht haben und was sie in Zukunft noch anders machen wollen! „How Housing created Community”!
Gabriele Meier, technische Geschäftsführerin der Münchner Wohnen, kommt mit vielen Berliner Erfahrungen zurück und möchte „technische Prozesse optimieren, die Qualität sicherstellen und die Bedürfnisse der Mieter und den ambitionierten Bauzielen“ gerecht werden.
Ernst Böhm, B&O Gründungsgesellschafter und Unternehmer mit „Überzeugungen“. Er denkt ganzheitlich und handelt pragmatisch und möchte doppelt soviel für das halbe Geld bauen.
Melanie Hammer, BHB Unternehmensgruppe hat mit ihrer These „Form follows Emotion“, die „weibliche Stadtplanung“ als zielführende Strategie entwickelt.
Peter Scheller, Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter von Palais Mai, baut als Architekt und Stadtplaner Wohngebäude, die mehr sind als reine Wohnmaschinen. Mit dem Stadtquartier Paul- Gerhard- Allee prägte er maßgeblich die städtebauliche Entwicklung im Münchner Westen. Er ist Mitglied der BDA Forschungsgruppe O2H (Office to Housing).
Moderation: Johannes Ernst und Johann Spengler
Im Rahmen der Ausstellung „Community Happens Here: 20 Years of Encounters in Architecture“, beschäftigen wir uns mit der Frage wie sich unser Zusammenleben in Zukunft organisieren wird und welche Beiträge die Stadtplanung und Architektur dazu liefern kann. Hierbei steht das Thema des „Wohnens“ schon von Beginn an im Mittelpunkt unseres Interesses und Arbeit. Den demokratisch - strukturalistischen Wohnexperimenten der ersten Generation von Architekten in unserem Büro folgte bis in die heutige Zeit hinein die schrittweise Weiterentwicklung in den verdichteten postmodernen städtischen Kontext.
Die massive Veränderung der wirtschaftlich - sozialen Rahmenbedingungen des Wohnens führen seit einiger Zeit, insbesondere in unseren Städten und attraktiven Regionen zum massiven Anstieg der Wohnkosten und einer insgesamt wahrnehmbaren Wohnungsnot. Gerade die Träger des städtischen Zusammenlebens, die unteren Einkommensschichten sowie die jungen Menschen sind zunehmend mit dem Problem konfrontiert ihren Platz, konkret „ihre Wohnung“ zu behaupten oder überhaupt zu finden. Das Fundament unseres kommunalen Zusammenlebens, unserer „Community“ droht somit seine Belastbarkeit zu verlieren und ein viel größeres gesellschaftliches Problem zu erzeugen.
Demgegenüber stehen als positive Lösungsansätze die konzeptionell – räumlichen Möglichkeiten von Stadtplanung und Architektur wie Neubau, Nachverdichtung, Umwandlung, Transformation und die gesellschaftlich verbindende Kraft des Wohnquartiers. Aber liegt die Lösung des Problems alleinig in der möglichst geschickten, marktgeregelten Einsatz dieser Mittel und der Produktion von immer mehr Wohnungen? Oder ist das „Wohnen“ größer und als Teil eines gesamtpolitischen Reformprozesses zu denken?
Es kann offensichtlich nicht mehr nur darum gehen den einen, universalen Lösungsansatz zu finden. Es geht vielmehr darum für diese Herausforderungen immer wieder neue, empathische Angebote auf den verschiedensten Ebenen zu schaffen, den Dialog aller Beteiligten zu suchen, auch um dadurch vermeintlich unumstößliche Zwänge der Wirtschafts- und Immobilienwelt zu hinterfragen und neue Lösungsansätze freizulegen. Dies kann nur im gelungenen Zusammenspiel der räumlichen und atmosphärischen Potentiale der Architektur mit den gesamtgesellschaftlichen Zielen der Stadtplanung erfolgen