Sehr herzlich laden wir Sie zur Eröffnung der Ausstellung FOREST-SCHOOL am Mittwoch, den 15. Juli um 19 Uhr in die Architekturgalerie München ein.

Es sprechen:
Prof. Klaus K. Loenhart, LANDLAB ia&l, TU Graz
Prof. Silvia Benedito, TU Graz, OficinaAcademy
Prof. Victoria von Gaudecker, TH Augsburg
Prof. Thomas Auer, TU München
Nicola Borgmann, Architekturgalerie München

Projektpräsentation durch die Studierenden:
Jasmin Radwan, Inma Santana Mesa, Manuel Vidoni, Helena Fernsebner
 
FOREST-SCHOOL begreift die Schule neu als Landschaft, Gemeinschaft und lebendiges ökologisches System. Auf Initiative von Prof. Dr. Silvia Benedito und ihrer NGO OficinaAcademy in Zusammenarbeit mit der guinea-bissauischen NGO KAFO entwickelten Studierende der Harvard University und der TU Graz räumliche Konzepte für eine Lernumgebung, die Umweltbildung, lokales Wissen und klimagerechte Architektur in einem Gemeinschaftswald vereint.

Die FOREST-SCHOOL entsteht in der Region Oio im Norden Guinea-Bissaus entlang der Sahelzone Westafrikas — einer Landschaft, die zunehmend von Dürre, Desertifikation und ökologischer Degradation geprägt ist. Das Projekt verbindet sieben Dörfer (Tabancas) — Ionfarim, Cabaceira, Demba-so, Baite, Colombato, Manecunda und Damicunda — und richtet sich an Kinder und Jugendliche einer ländlichen Gemeinschaft, deren Lebensgrundlagen unmittelbar mit dem Zustand ihrer Umwelt verbunden sind.

Guinea-Bissau liegt in der Übergangszone zwischen der Sahara im Norden und den feuchten Savannen- und Waldlandschaften im Süden. Mit der fortschreitenden Ausbreitung des Sahel verändern sich Klima, Vegetation und traditionelle Lebensweisen spürbar. Besonders betroffen sind ländliche Regionen wie Oio, in denen Bildung, ökologische Stabilität und soziale Entwicklung eng miteinander verflochten sind.

Die FOREST-SCHOOL versteht Bildung deshalb nicht allein als Unterrichtsraum, sondern als räumliche, kulturelle und ökologische Praxis. Im Zentrum steht der Gemeinschaftswald von Djalikunda — ein Ort der Biodiversität, der Ernährungssicherung sowie des kulturellen und spirituellen Wissens. Der Wald wird zum Lernort, Labor und sozialen Treffpunkt zugleich.

Initiiert wurde das Projekt 2021 durch eine Zusammenarbeit zwischen der NGO KAFO und Prof. Silvia Benedito von der Harvard University. In intensiven Gesprächen mit lokalen Gemeinschaften entstanden erste Vorstellungen einer Schule für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren, die Umweltbildung mit lokalem Wissen, kulturellen Praktiken und nachhaltiger Ressourcennutzung verbindet. Die Entwicklung erfolgt gemeinsam mit den beteiligten Dörfern, Elternkomitees und lokalen Akteur:innen.

KAFO zählt mit mehr als 25.000 Mitgliedern zu den größten bäuerlichen Organisationen in Guinea-Bissau und Subsahara-Afrika. Die Organisation engagiert sich seit über zwanzig Jahren für integrierte ländliche Entwicklung, Ernährungssouveränität, Bildung und ökologische Resilienz.

Aufbauend auf den ersten Entwürfen und Forschungen von Studierenden der Harvard University unter Leitung von Silvia Benedito wurde das Projekt anschließend am Institut für Architektur und Landschaft der TU Graz weitergeführt. Unter dem Titel HABITAT untersuchten Studierende die FOREST-SCHOOL als architektonisches und landschaftliches Gefüge, das menschliche und nicht-menschliche Lebensräume zusammendenkt.

Der Begriff HABITAT beschreibt dabei nicht nur einen Ort des Lebens, sondern ein räumliches System gegenseitiger Abhängigkeiten — zwischen Klima, Vegetation, Material, Wasser, Gemeinschaft und Wissen. Die Entwürfe beschäftigen sich mit lokalen Baumaterialien, traditionellen Konstruktionstechniken, klimatischen Bedingungen sowie mit Fragen kollektiver Nutzung und langfristiger Pflege. Architektur wird hier als Teil eines ökologischen Kreislaufs verstanden — eingebettet in natürliche Prozesse und soziale Strukturen.

Die Ausstellung in der Architekturgalerie München zeigt die Ergebnisse dieser internationalen Zusammenarbeit. Sie versammelt räumliche Untersuchungen, Modelle, Zeichnungen und spekulative Szenarien einer Schule, die Lernen, Landschaft und Gemeinschaft miteinander verbindet und neue Perspektiven auf klimaangepasste Architektur und gemeinschaftsorientierte Bildungsräume eröffnet.




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